Sturm- und Unwetter-Vorsorge: Haus, Garten und Auto vorbereiten

Sturmgebeugter Baum vor einem Wohnhaus bei dunklem Himmel
Sturmschäden lassen sich selten ganz verhindern — aber deutlich verkleinern, wer vorher konsequent vorbereitet.

Zwischen Herbst und Frühjahr ziehen über Deutschland regelmäßig Sturmtiefs mit Orkanböen, Starkregen und Hagel. Meist bleiben die Schäden lokal begrenzt, doch einzelne Haushalte trifft es hart: umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer, vollgelaufene Keller, zerstörte Fenster. Wer sich vorbereitet, verkürzt die Phase der Hilflosigkeit entscheidend. Sturm- und Unwetter-Vorsorge ist keine Frage von Wochen, sondern von ein paar gut geplanten Stunden pro Jahr.

Haus checken: Dach, Fassade, Fenster

Beginnen Sie mit einer Begehung rund ums Haus. Lose Dachziegel, wacklige Dachrinnen, nicht befestigte Fassadenelemente oder beschädigte Fensterläden werden bei Sturm zu Geschossen. Prüfen Sie auch die Dichtung von Fenstern und Türen: Bei Starkregen schlägt das Wasser oft waagerecht gegen die Fassade, und undichte Stellen führen dann direkt ins Mauerwerk. Bäume im Garten sollten Sie regelmäßig von einem Fachmann kontrollieren lassen, besonders wenn sie kipp- oder bruchgefährdet sind oder über das Haus ragen. Totholz und hängende Äste vorher entfernen zu lassen, kostet weniger als ein Notfalleinsatz mitten in der Sturmnacht.

Garten und Grundstück sicher machen

Im Garten lauern die unterschätzten Gefahren. Gartenmöbel, Sonnenschirme, Trampoline, Mülltonnen und Pflanzkübel werden von Böen erfasst und verwandeln sich in Unfälle. Bei einer amtlichen Unwetterwarnung gehört alles ins Haus, Garagen- oder Gerätschaftshaus, was der Wind tragen kann. Trampoline lassen sich am besten am Boden verankern oder zumindest umlegen und beschweren. Prüfen Sie auch, ob Zäune, Carports und Pergolen stabil verankert sind. Wer einen Komposthaufen oder lose Holzscheite lagert, stapelt sie so, dass sie nicht umfallen und Schaden anrichten können.

Das Auto bei Sturm und Unwetter richtig parken

Parken Sie Ihr Fahrzeug bei Sturmwarnung nicht unter Bäumen, neben losen Dachziegeln oder in der Nähe von Baustellen und Gerüsten. Eine überdachte Parkmöglichkeit ist ideal, aber nicht immer verfügbar. Achten Sie auf die Windrichtung: Ein Parkplatz auf der Windseite eines großen Baums ist riskanter als auf der anderen. Bei Hagelunwettern hilft eine dicke Decke über Dach und Motorhaube — nicht elegant, aber wirksam gegen Blechschäden. Fahren Sie bei orkanartigen Böen möglichst gar nicht. Wenn es nicht vermeidbar ist, halten Sie Abstand von Lkw, Bussen und Gespannen, die starke Seitenwindanfälligkeit haben. Auch für den Ernstfall im Auto lohnt ein Blick in unseren Artikel zur Fahrzeug-Notfallausrüstung.

Blackout-Gefahr verstehen: Sturm trifft Stromnetz

Sturm und Starkregen gehören in Deutschland zu den häufigsten Ursachen für Stromausfälle. Umgeknickte Bäume reißen Leitungen herunter, überflutete Umspannwerke fallen aus. Rechnen Sie bei schweren Unwettern mit mehreren Stunden bis Tagen ohne Strom — und damit ohne Licht, Heizungspumpe, Kühlschrank und teilweise ohne Wasserdruck, wenn Ihre Pumpe Strom braucht. Halten Sie Taschenlampen, Ersatzbatterien, Powerbanks und eine Möglichkeit zur Information ohne Stromnetz bereit. Was Sie dafür konkret brauchen, lesen Sie im Detail in unseren Ratgebern zur Blackout-Vorsorge und zur Notfallbeleuchtung.

Während des Unwetters: Drinnen bleiben, informieren

Sobald der Sturm losgeht, ist drinnen der sicherste Ort. Halten Sie Abstand von Fenstern und Glasscheiben, da herumfliegende Trümmer sie durchschlagen können. Suchen Sie bei sehr schweren Stürmen einen Innenraum ohne Fenster auf. Nutzen Sie die offiziellen Warn-Apps des Bundes oder den Radiobetrieb mit Batterie- oder Kurbelgerät, um über Entwicklungen informiert zu bleiben. Rufen Sie bei akuter Gefahr die 112 an — aber räumen nicht selbst Bäume oder Äste weg, solange der Sturm andauert. Nach dem Abklingen des Windes gilt weiterhin Vorsicht: Herabhängende Stromleitungen und beschädigte Dächer sind lebensgefährlich.

Kurz gesagt: Sturm-Vorsorge ist Vorarbeit: Dach und Bäume prüfen, Garten aufräumen, Auto sicher parken und auf möglichen Stromausfall vorbereitet sein. Während des Unwetters gilt: drinnen bleiben, Fenster meiden, offizielle Warnungen verfolgen.

Nach dem Unwetter: Schaden begrenzen und dokumentieren

Nach dem Sturm sollten Sie zuerst prüfen, ob akute Gefahren bestehen — instabile Bäume, beschädigte Leitungen, offene Stromkabel. Danach geht es an die Dokumentation: Fotografieren Sie alle Schäden, bevor Sie mit Aufräumarbeiten beginnen. Melden Sie Schäden zeitnah bei Ihrer Versicherung. Achten Sie bei Aufräumarbeiten auf Schutzkleidung, stabile Schuhe und Arbeitshandschuhe; zerbrochene Glasscheiben und spitze Äste verursachen die meisten Unfälle nach dem Unwetter. Helfen Sie Nachbarn, soweit es Ihre eigenen Kräfte erlauben — gerade ältere Menschen brauchen nach Stürmen oft Unterstützung. Wie Sie Ihre Nachbarschaft grundsätzlich vernetzen, lesen Sie in unserem Artikel zur Nachbarschaftshilfe und Vorsorge.

Wissen offline mitnehmen

Nach schweren Unwettern kann die Netzversorgung länger gestört sein. Checklisten offline auf dem Handy oder ausgedruckt zu haben, macht Sie unabhängig. Für Sturm-, Blackout- und Wasser-Vorsorge finden Sie bei prepper-disk.de passende Ausrüstung im Überblick.

Weiterführende Ratgeber